Ausstellung Kunst-Haus Erlangen

Ich darf Sie herzlich einladen meine neue Ausstellung 
 
urban gardening
 
vom 13.4.2021 – 22.5.2021 
Heuwaagstraße 6, 91054 Erlangen, Tel. 09131/203238 
zu besuchen!

Bitte informieren Sie sich auf der Website Kunst-Haus Erlangen oder telefonisch über die zum Zeitpunkt Ihres Besuches gültigen Corona-Bestimmungen!

Lassen Sie Ihren Verstand kurz ruhen und tauchen Sie ein in meine Bilderwelten!

Vielleicht gelingt es für ein paar Minuten, oder einen Augenblick, einfach nichts zu tun, außer dem Auge Kreativität zu schenken und das dann dadurch entstandene Gefühl geschehen lassen.

Bilder-Schauen ist eine ziellose Aktivität und damit genau die richtige Möglichkeit, um ein wenig Abstand zum täglichen Leben zu gewinnen.

Für mich bedeutet Glück, jeden Tag aufs Neue das Schöne, Überraschende, genau dort zu entdecken, wo ich gerade bin. 

Viel Freude beim Entdecken!

Die Malerei ist meine Art mich in der Welt auszudrücken, mich dem Leben und der Öffentlichkeit zu zeigen und zu stellen. 

Ein Grundbedürfnis. Das Atmen zwischen den Bildern.

Suche ich die Sprache meiner Kunst, so tauche ich ein in mein inneres Buch der gelebten Erfahrung. 

Es ist ein inneres Vergnügen, empfindsam Gespürtes mit intensiver Hingabe an das Leben, an die Schönheit der Natur, an den Alltag, an die Sehnsucht der inneren Welten, durch Bilder auszudrücken. 

Manchmal haben sie etwas Leises, das zum Nichtstun und Entspannen einlädt. Ein anderes Mal locken sie zum Sprung ins Neue, sind mutig und laut, oder wecken Erinnerungen an vergangene Tage. 

Meine Kunst lebt von Schichtungen, Übermalungen, von der Zeichnung, vom Strich. Die Farbpalette verändert sich immer wieder, wie Jahreszeiten. 

Mich interessiert die Ausdruckskraft. Zeitspuren, Flüchtiges, Leuchtendes. Es ist eine Malreise durch Zufall und Eingebung. 

Das ist mein Schatz, meine Heimat, mein Trost und meine Hoffnung. 

Pause

Entspannungspause. Sonntag … Sonnentag.

Nichtstun … den ganzen Tag.

Erst einmal frühstücken. 

Dann den Hunden beim Aalen in der Sonne zuschauen.

Dann Cappuccino trinken auf der Terrasse. 

Das Gezwitscher der Vögel begleitend. 

Die Sonne wärmt. Verschwenderische Augenblicke.

Durchatmen. Frühling schnuppern. 

Hungrig auf das erste frische Grün welches aus der Erde schlüpft.

Beobachten … sind nicht meine kostbarsten Erinnerungen verbunden mit der Einfachheit des nur ruhigen Dasitzens? 

Ein beglückendes Gefühl trägt mich heute durch den Tag. 

Bilder entstehen durch die Stille, genauso wie durch das Spiel. 

I love mondays

Komisch, war aber immer schon so.
Es ist Montag, dessen Grau in der Melancholie absolut besticht.
Grau, Kalt. Schroff zurückwerfend in die eigene, innere Welt. 

Kein Außen, was dich auffangen kann und will. Keine Farbe, keine Wärme.
Du bist alleine auf dich gestellt. Grau … ist einfach da.
Kein Glitzer, keine Farbe, keine Verschönerung.
Neblig. Verwaschen. Undurchsichtig. Kühl. Nüchtern. Laut. Unklar. Normal. 

Diese grauen, schrecklich schönen Tage.
Schrecklich. Schön. Einfach. Jetzt. Hier. Heute.
Sie sind es, die mir das Echte im Inneren zeigen.
Diese Tage sind ehrlich, sie verschönern nichts. 

Wenn ich solche Tage gut überstehen kann, wenn ich mich gerade an diesen Tagen gut fühle und meine Lust am Leben gerade dadurch einen Schimmer von Leuchtkraft und Glanz bekommt, egal woher, dann kann ich weiter machen.
Dann kommt mir so schnell nichts dazwischen.
Graue Tage … eine absolute Herausforderung. 

Früher, als mein Sohn noch klein war … die Decke lag bereit.
Die Kinderbücher als wahre Verführung stapelweise neben der Heizung.
Der Tee wartete in der Teekanne, und dann an in die dicken, fetten Kissen, Rücken an die Heizung gelehnt, heiße Tasse … die Finger brannten.
Dampf aufsteigend. Klingel, Telefon aus. 

Und dann … als ob sich eine Bühne öffnet, der Umschlag des Buches, raschelnd in meiner Hand. 

Die erste Seite aufschlagend, die Textur fühlend, umblätternd, immer wie eine Premiere mit unbändigen Vorfreude.
Wie Geschenke auspackend. Raschelndes Papier.
Der Vorhang lüftet sich und es ist, als ob eine Spur von geheimnisdurchflutetem Duft in die Sinne steigt. 

Heute noch genauso. Nur ohne meinen Sohn.
Aber wissend, dass ich diese langweiligen, grauen Tage immer lieben werde und überstehe.

Der Blick zum Fenster. Heute. Montag. Grau. Regnerisch.
„Schrecklich“ sage ich … aber irgendwo in mir drinnen jubiliert es! 

I love mondays! 

… oder doch ins Atelier und mich in Farben lechzen?

Ein herzliches Willkommen im Neuen Jahr 2021!

Mit Zuversicht und Freude an der Kreativität, 

mit Klarheit und Kraft,

 Unermüdlichkeit im Wachstum unseres Geistes, 

mit Leidenschaft und Hingabe, 

mit Augenblicken wie Diamanten, 

mit Demut und Frieden im Lebensfluss des Neuen Jahres 2021!

So wünsche ich Ihnen/Euch ein wundervolles Jahr, immer einen Engel und ein kleines Wunder in Ihrer/Eurer Nähe. 

Eure

Pavlina Görner-Löw

 

Zaubernuss – 23. Oktober 2020

Herbst und meine Blätter

Ich liebe die Blätter. Ihre Formen, die Grünnuancen. Fasziniert mich der feine Unterschied der Haptik, ihrer Dicke, die Festigkeit, das Zarte, das Durchscheinende. Jetzt, zu dieser Jahreszeit noch tausendmal mehr. Wie sollte ich malen, wenn es draußen in meinem Garten eine Vorstellung nach der anderen gibt. Die Augen gefesselt auf das Blatt starren und sich einnisten in dessen Variationen des Wandels. Die Zeit der Vergänglichkeit steht direkt vor der Türe. Die Dahlien dürfen heute noch blühen. Beim ersten Frost sind sie dahin. Traurig es mitansehen. Das Königsblatt ist jedes Jahr und immer wieder die Hamamelis. Die Zaubernuss hat in meinem Garten keinen guten Platz. Es macht mich immer wieder traurig, es zu wissen und daran nichts ändern zu können. Aber sie hält sich erstaunlich gut mit harter Konkurrenz von Bambus und Efeu und wildem Wein. Dann hat sie auch keine Südseite und ergattert nicht so viel Licht, wie sie es sich wünschen würde. Aber immer im Herbst, wenn sie ihre wahre Schönheit zeigt, glaube ich zu vermuten, ist sie glücklich. Denn, wie sonst könnte sie solche Farbenspiele ihrer Blätter zaubern? Als krasser Kontrast zu dem dunklen Efeublatt erstrahlt sie und setzt sich genau in mein Herz. Wie viele Stunden möchte ich verweilen um nicht meinen Blick von ihr zu wenden? Dann diese Textur .. samtig weich, anmutig, im Rhythmus jedes Blatt wie eine Praline zum kosten und auskosten. Ich wünschte mir, dass der Herbst länger bleibt und mir dieses Schauspiel noch eine Weile lässt.

Jetzt zu dieser Jahreszeit erlebe ich den Garten noch bewusster, noch intensiver, sinnlicher. Entsprechend groß auch die Wehmut angesichts des bevorstehenden Winters. Die Helligkeit nimmt ab. Die Tage sind kürzer geworden. Das Licht ist fahler, leichter, durchlässiger. Die schwindende Kraft der Sonne schmerzt mich.

Das Atelier ist dunkler geworden. Kühler, leerer, irgendwie. Ich fühle mich jetzt einsamer. Da die Tage kürzer sind, muss ich mit den Zeiten jonglieren. Bei Tageslicht zu malen ist noch immer größte Priorität für mich. Kein künstliches Licht kann so stimulieren und die Farben zum Leben bringen, welche durch meine Hand sich mischen. So spüre ich die Zeiten anders. 

Die Buchsbaumkugel schmückt sich mit fremden Federn. Die sanft herabfallenden, gelben, kleinen, ovalen Blätter meiner Scheinakazie Frisia, fängt sie gekonnt auf wie ein Sieb. Jetzt ist auch für die Buchsbaumkugel eine besondere Zeit. Sie blüht selten und jedoch kann sie sie jetzt mit gelben Punkten auf ihren kleinen dunklen Blättern schmücken, die sich wild und frech als turbulenter Kontrast zu der akkuraten Kugelform abheben. entzückt es mich immer wieder.

Ach, ich könnte immer weiter so schreiben, suche ich doch kaum, sondern finde immer. 

Der wilde Wein, dessen rote Blätter durch die Fenster hindurch den ganzen Raum in glühendes Rot verwandeln. Seine Kraft der Farbe stimuliert und erwärmt sofort die Sinne. Dieser Augenblick ist kostbar, denn nur all zu schnell wird er seine Blätter verlieren. Was bleibt ist die Erinnerung.

Die Stille, der leichte Wind, was wollen sie mir erzählen. Jedes Blatt, jede Pflanze ist fast lautlos und lasst sich durch die Jahre mitnehmen. Keine Pflanze, kein Baum, keine Blüte stellt das andere  Blatt in Frage. Sie gedeihen manchmal gut, manchmal schlecht nebeneinander her. Dennoch, alles hat Berechtigung und darf sein.