4. August 2020 – Einfach Malen

Meine Malerei ist immer ein Spiel und mein Freiraum selbst. Ähnlich einer Melodie.

Heute folge ich meinem Grundbedürfnis … Farbe zum Klingen bringen. Freude am Entkommen des Alltags. Einlassen auf Unerwartetes. Der Neugier folgen. Loslassen von Routine.

Behutsam lege ich eine ca. 2 x 2 Meter große Leinwand aus. Schon alleine diese große weiße Fläche versetzt mich in Freudentaumel. Es hat so was Jungfräuliches an sich. Ein Neubeginn.

Ich folge meinem Instinkt. Meine Hand ist mein Werkzeug. Der Pinsel die Verlängerung des Armes. So kann ich besser schwingen. 

Fröhliche Farbakzente finden zu großen Farbflächen um sich dann wieder voreinander zu verabschieden. Ein Wechselspiel, wie bei den Gezeiten. Lebendigkeit, Rhythmus, Dynamik, Pause und Leergang. Gegensätze. Formale Spannung. 

Ich tanze auf der Leinwand. Gehe keine Verabredung ein, sondern schwinge im Puls meiner inneren Wahrnehmung. Alles ist Spiel. Dennoch  bedeutet es aber nicht Willkür und unbegrenzte Freiheit. Es gibt Gesetze der Form. Es steckt Handwerkskunst dahinter. Das Ergründen vom Zusammenspiel der Farben … Formen, Linien und Strichen. Gegenseitige Malerialerkundung ganz spielerisch und leicht. Übergangslos, stark, schwach.

Erst wenn ich nicht mehr denke male ich echt … und vielleicht gut.

Museumsformat

Es ist groß, sehr groß für mich. Es ist 4,50 m lang und 1,50 m hoch. Mein größtes, von mir gemaltes Gemälde.

Ich habe immer geahnt, dass es mich in einen Freiheitstaumel schweben lässt, wenn ich vor dieser großen weißen Leinwand, meiner Spielwiese, stehe.
Ich bin furchtlos, dafür um so mehr neugierig.
Es fühlt sich ein bisschen so an, wie als ich als Kind auf neue Abenteuer gegangen bin.
Wie auf einer Reise, die mir nach jeder Biegung neue fantasievolle Geschichten erfahren lässt.

Ich fühle Lust und Entdeckergeist.
Meine Fahrt ins Bunte.

Wenn Farben auf der Leinwand beginnen Geschichten zu erzählen, der Blick auf Suche geht. Fantasievolle Köpfe erfinden die schönsten Geschichten. Lad deine Träume ein!

Beobachte, schau sie genau an.

Lad ein zum Kaffeeklatsch, mit Schwiegermutter, oder lieber zum Teekranz den Herzensbrecher? Himbeertörtchen rosarot? Oder doch lieber die langen Nudeln mit Lammragout?

Die verehrten Herren suchen Bewunderer, die Prinzessin schüttelt die Wimpern, unbändige Kinder spielen Theater, der kleine Prinz sucht seinen Thron und der schwarze Mann wird zum Piraten.

Wortdiebe sprechen für sich und die Grünen philosophieren. Der Herr da oben bekommt die längsten Ohren und das Fräulein erwidert einen Kuss.
Dackelblick sucht nach Essen und das Ungeheuer beißt zu.

Schenk mir deinen Blick und lass dich verführen.